Ein Prompt, eine komplette Browser-DAW – und sie macht wirklich Musik 🎛️🤯
Ich habe einen einzigen, ziemlich wilden Prompt abgeschickt – und am Ende lief eine echte Pattern-DAW mit Piano Roll, Drums, Mixer, Effekten, Automation und einem kompletten 32-Takt-Song direkt im Browser.



Ein Prompt, eine komplette Browser-DAW – und sie macht wirklich Musik 🎛️🤯
Ich bin ehrlich: Das Ergebnis hat mich komplett weggeblasen.
Am Anfang stand ein einziger Prompt. Kein kleines „bau mir mal einen Drumcomputer", sondern ein ziemlich brutales Lastenheft: Transport, 32-Takt-Arrangement, Piano Roll, separater Step Sequencer, mehrere Synthesizer, Mixer, Sends, Effekte, Automation, Undo/Redo, lokales Speichern, JSON-Import und sogar WAV-Rendering. Alles in einer einzigen HTML-Datei, direkt im Browser, ohne Build-Prozess und ohne externe Sample-Bibliothek.
Ich habe den Prompt abgeschickt. Die Umsetzung lief in einem Zug durch. Danach öffnete ich die Datei, startete die Audio Engine, drückte auf Play – und da kam tatsächlich ein arrangierter Song heraus.
Nicht irgendeine piepsende Demo. Kick, Snare, Hats, Bass, Akkorde, Lead, Pad, Übergänge, Break und Drop. Der Playhead lief sauber mit, die Mixerkanäle reagierten, die Automation bewegte hörbar Filter und Panorama. Ich saß davor und dachte nur: Das ist doch komplett verrückt.
🔥Kurz zur Modellbezeichnung: Was hier wirklich lief
Die Session lief bei mir in Codex mit dem dort ausgewiesenen Modell GPT-5.6 Sol und dem Reasoning-Level Ultra. Ich schreibe das so genau hin, weil ich nichts aufblasen will: Das ist die Bezeichnung meiner konkreten Arbeitsumgebung. Ich behaupte damit nicht, dass „ChatGPT 5.6 Sol Ultra" der offizielle öffentliche Produktname eines allgemein verfügbaren ChatGPT-Angebots ist.
Entscheidend ist für mich ohnehin nicht das Label, sondern das Ergebnis: Ein sehr langer, präziser Prompt wurde nicht nur in eine hübsche Oberfläche übersetzt, sondern in ein funktionierendes Musikinstrument.
🔥Das ist kein Mock-up. Das Ding macht wirklich Audio.
Die Oberfläche heißt Pulsegrid und erinnert im Workflow an moderne Pattern-Sequencer, ohne Logos, Grafiken oder die Bedienoberfläche einer bestehenden DAW zu kopieren. Unter der Haube läuft die native Web Audio API.
Das bedeutet:
- 💥Die Drum-Sounds entstehen aus Oszillatoren, Noise, Filtern und Hüllkurven.
- 💥Bass, Keys, Chords, Lead und Pad sind echte Browser-Synthesizer.
- 💥Audioereignisse werden vorausgeplant, statt nur von einem wackeligen visuellen Timer ausgelöst zu werden.
- 💥Die Darstellung läuft getrennt davon über requestAnimationFrame.
- 💥Reverb, Delay, Filter, Kompression, Sättigung und Master-Limiting sind hörbar in den Signalweg eingebaut.
- 💥Beim WAV-Export wird der Song offline im Browser gerendert.
Und dann ist da noch das komplette Standardprojekt: 32 Takte mit Intro, Aufbau, Hauptteil, Break, Drop und Outro. Alle Clips, Noten, Drum-Steps und Automationspunkte lassen sich anschließend bearbeiten.
🔥Piano Roll, Step Sequencer und Mixer – alles da
In der Piano Roll kann ich Noten setzen, verschieben, verlängern, kürzen, quantisieren, transponieren und mit Velocity spielen. Der Drum-Sequencer bietet 16, 32 oder 64 Steps, verschiedene Anschlagstärken, Akzente, Swing sowie Mute, Solo, Lautstärke und Panorama für acht synthetisierte Drum-Sounds.
Im Arrangement lassen sich Clips verschieben, duplizieren und verlängern. Der Mixer hat pro Spur Lautstärke, Panorama, Pegelanzeige, Insert-Effekte und Sends zu Reverb und Delay. Automation gibt es unter anderem für Volume, Pan, Filter und Effektanteile.
Natürlich gelten die typischen Browser-Regeln: Audio startet erst nach einem Klick, und eine große Desktop-DAW mit riesigen Sample-Libraries ersetzt das hier nicht. Aber als komplett lokale Mini-DAW in einer HTML-Datei ist es erschreckend erwachsen.
🔥Der erste Build kam wirklich aus einem Prompt
Das ist der Teil, der mich als Vibe-Coding-Nerd so begeistert. Ich hatte vorher keine halbfertige DAW herumliegen, die nur noch hübsch gemacht werden musste. Der erste vollständige Build entstand aus dem ausführlichen Startprompt.
Danach habe ich natürlich getestet: mehrfach starten und stoppen, Tempo ändern, Noten und Steps bearbeiten, Clips verschieben, Undo/Redo, speichern, neu laden und WAV rendern. Genau an diesem Punkt trennt sich für mich eine coole KI-Demo von einem Tool, das ich Menschen wirklich geben möchte.
Ein Prompt war der Start. Sorgfältige Prüfung macht daraus Veröffentlichung.
🔥Jetzt will ich hören, was du daraus baust
Genau deshalb habe ich nach dem ersten Build noch eine Sache ergänzt: öffentliche Song-Freigabe.
Pulsegrid speichert dein Projekt weiterhin automatisch lokal in deinem Browser. Du kannst es außerdem als JSON exportieren und später wieder importieren. Wenn du deinen Song freiwillig öffentlich teilst, wird keine Audioaufnahme hochgeladen, sondern das editierbare Pulsegrid-Projekt: Arrangement, Noten, Drum-Steps, Mixer und Automation. Optional kannst du ein Pseudonym angeben.
Andere Menschen können den Link öffnen, den Song direkt hören und als eigene lokale Kopie weiterbearbeiten. In der Community-Ansicht erscheinen die neuesten öffentlichen Projekte. Genau darauf bin ich gespannt: Welche Musik entsteht, wenn ich nicht die Instrumente erkläre, sondern einfach die Werkstatt aufmache?
🚀Warum das öffentliche Speichern nicht einfach „irgendwie offen" ist
Eine öffentliche Schreibfunktion zieht Spam an. Deshalb geht der Browser nicht direkt auf die Datenbank. Dazwischen sitzt eine Supabase Edge Function, die jedes Projekt vollständig prüft, Texte bereinigt, die Größe begrenzt und identische Projekte über einen SHA-256-Hash dedupliziert.
Für den Missbrauchsschutz wird aus technischen Verbindungsmerkmalen ein gesalzener Hash gebildet; die rohe IP-Adresse wird nicht in der Song-Datenbank gespeichert. Dazu kommen enge Minuten-, Stunden- und Tageslimits sowie eine globale Tagesbremse. Projekte können moderiert, ausgeblendet oder entfernt werden.
Das macht Spam nicht mathematisch unmöglich – so ehrlich muss man sein. Es schafft aber klare Grenzen, ohne für die Musikerinnen und Musiker ein Konto oder einen Login zu verlangen.
🎤Mein Fazit: Das fühlt sich nach Zukunft an
Ich arbeite seit über 20 Jahren mit Audio. Ich kenne den Unterschied zwischen einer Oberfläche, die nach Studio aussieht, und einem System, das wirklich im Takt klingt. Genau deshalb haut mich Pulsegrid so um.
Vor wenigen Jahren wäre so ein Experiment ein eigenes Softwareprojekt gewesen. Jetzt formuliere ich die Vision extrem genau, lasse eine starke Coding-Session laufen, prüfe das Ergebnis – und plötzlich steht da eine spielbare Musiksoftware im Browser.
Das ist nicht das Ende professioneller Entwicklung. Es ist ein völlig neuer Hebel für Ideen.
Also: Öffne Pulsegrid, drück auf Play, zerlege meinen Werkssong, bau deinen eigenen Beat und teile ihn, wenn du magst. Ich will wirklich hören, was du daraus machst.
Wenn du etwas Verrücktes gebaut hast, schick mir zusätzlich den Link an hey@dennis-westermann.de. Ich freue mich wie Bolle auf eure Songs. 🚀
Dennis' Senf dazu:
"Ein Prompt rein, eine echte Browser-DAW raus. Ich finde immer noch komplett verrückt, wie musikalisch und erwachsen Pulsegrid geworden ist. Jetzt seid ihr dran. 🎛️🔥"